Chatbots – der nächste große eHealth Trend?

Chatbots – der nächste große eHealth Trend?

    von -

    Chatbots funktionieren unabhängig von Betriebssystemen und integrieren Spracherkennung sowie künstliche Intelligenz. Werden Chatbots vielleicht Apps und Websites ablösen?

    Nur eine Oberfläche für alles – Suchmaschine, Website, Social Media Kanäle etc. Das bieten Chatbots – ganz ohne Installieren von Apps oder Durchsuchen von Websites. Jeder vierte Bundesbürger kann sich vorstellen, dass ein Chatbot seine Anfrage automatisiert beantwortet und so eine menschliche Unterhaltung simuliert. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Experten zufolge könnten sich Chatbots zu einer Konkurrenz für Apps und Websites entwickeln. Franziska von Lewinski nennt in einem WUV-Artikel fünf Gründe, warum Apps und Websites überflüssig werden könnten.

    Warum Chatbots bald Apps und Websites ersetzen

    Messaging, Convenience, Kompatibilität und der Faktor Zeit werden laut Lewinski, Vorstandsmitglied bei Fischer Appelt in Hamburg, zukünftig noch wichtiger und da kommen Chatbots ins Spiel. „Messaging ist das neue Social“, prognostiziert die Agenturverantwortliche für Innovationen und Digitales. Statt Vielfalt gehe der Trend derzeit zur Konzentration. Eine Plattform für alles. Werbungtreibende sollten auch eigene Dienste direkt in Social Networks einbauen. Zwar wird es noch einige Jahre dauern, bis Spracherkennung so perfekt ist, dass Chatbots ihre volle Wirkung entfalten und eine Maschine uns wirklich versteht. Aber kurze Anweisungen geben oder Suchen diktieren – das geht schon heute. Die menschliche Sprache, sagt Lewinski, sei das natürlichste Interface und lässt sich am leichtesten für den personalisierten 1:1-Dialog nutzen. Dass auch die Hersteller immer mehr sprachgesteuerte Geräte bauen, zeigen sie regelmäßig auf diversen Messen rund um das Thema Internet of Things.

    Wer Chatbots verwendet und entwickelt

    Wer jetzt selbst Chatbots entwickeln möchte, kann an entsprechenden Workshops und Seminaren teilnehmen, beispielsweise bei Deephealth. Die Dozenten versprechen, dass es einfacher und kostengünstiger sei einen Chatbot zu entwickeln als eine App. Man benötige häufig nur wenige Stunden und keinerlei Programmierkenntnisse. Da es bei Chatbots lediglich ein Eingabe- und Ausgabefeld gibt, entfallen die Kosten für ein Design. Das limitiert zwar die Darstellungsweise von Informationen, trotzdem sind im Gesundheitswesen bereits die ersten Chatbots wie Your.MD oder Babylon Health im Einsatz. Generell könnten Chatbots die Kommunikation mit Kunden und Patienten teilweise oder sogar vollständig automatisieren. Das spart Callcenter-Mitarbeiter und soll die Nutzerzufriedenheit verbessern.

    Wie Chatbots im Gesundheitswesen helfen

    Mit dem Dienst Your.MD können Patienten gesundheitsbezogene Fragen stellen und Symptome für Krankheiten checken. Die Antworten werden von Ärzten – verifiziert vom UK National Health Service – geschrieben und geprüft. Auch Google erweitert seine Suchmaschine zukünftig um hochwertige und valide Gesundheitsinformationen. Wie die Ärzte-Community coliquio berichtet, arbeitet Google an einem sogenannten „Knowledge Graph“ – einer Art Infobox, die nach einer Suchanfrage Kontextwissen zum Suchbegriff bereitstellt. Seit Februar 2016 erscheint der Knowledge Graph in den USA auch bei gesundheitsbezogenen Suchanfragen. Wer eine Erkrankung googelt, erhält als ersten Treffer eine Infobox, die anzeigt, was die Krankheit verursacht, wie sie sich verbreitet, welche Symptome auftreten, welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen und vieles mehr. Diese Inhalte wurden laut Google von Experten der Mayo Clinic und der Harvard Medical School geprüft. Auf diese verlässlichen Gesundheitsinformationen könnten in Zukunft auch Chatbots zugreifen.

     

    Foto: ©picjumbo.com / Viktor Hanacek

    Das HealthDataSpace-Redaktionsteam umfasst Digithurst und Telepaxx Mitarbeiter verschiedener Abteilungen, die ihre Erfahrungen und ihr Wissen zu relevanten Themen einbringen. Fragen, Feedback, Anregungen gerne an: info@healthdataspace.de

    KEINE KOMMENTARE

    Kommentieren