Checkliste Health Cloud: 5 Kriterien für die Wahl der richtigen Cloud Lösung

Checkliste Health Cloud: 5 Kriterien für die Wahl der richtigen Cloud Lösung

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    Worauf Sie achten sollten und welche Kriterien überhaupt eine Rolle spielen, dabei möchte Ihnen diese Checkliste helfen. Damit Sie eine zuverlässige und sichere Health Cloud finden, die Ihre Bedürfnisse erfüllt.

    Bei dem einen Anbieter bedeutet Health Cloud eine Backend-Lösung für Gesundheits-Apps, beim anderen ein Netzwerk für Ärzte oder eine Austauschplattform für medizinische Dokumente und/oder DICOM Bilder, wieder andere bezeichnen externe Langzeitarchive als Health Cloud. Die Auswahl an Health Clouds ist riesig, die Unterschiede sind groß, daher fällt ein Vergleich schwer.

    Public, Private oder Hybrid Cloud

    Bei Health Cloud Lösungen unterscheidet man hauptsächlich drei Arten: Public, Private und Hybrid Cloud. Zugänglichkeit, geringe Wartung und Skalierbarkeit sind die größten Vorteile einer Public Cloud. Der größte Nachteil: Sie benötigen eine stabile Internetverbindung, damit die Public Cloud immer erreichbar ist. Eine Private Cloud hingegen ist mit hohen Kosten verbunden. Die Implementierung und Anpassung ist teuer und die Skalierbarkeit kann sich als schwierig erweisen. Zudem wird eine engagierte IT-Abteilung benötigt, was die Lösung für kleinere Praxen eher ungeeignet macht. Eine Hybrid Cloud vereint die Möglichkeiten einer Public mit einer Private Cloud. Zudem ist eine Hybrid Cloud kosteneffizienter als eine Private Cloud. Jedoch können Implementierung und Anpassung spätere Änderungswünsche erschweren.

    Alle drei Lösungen – Public, Private und Hybrid Cloud – bieten ihre Vorteile für die Gesundheits-IT. Doch egal für welche Variante Sie sich entscheiden, Datenschutz und Datensicherheit spielen bei allen eine große Rolle. Welche Health Cloud Sie letztendlich auswählen, sollte daher nicht von der Frage „Welche Lösung ist die sicherste?“ abhängen, sondern vielmehr von der Frage „Welche Health Cloud passt am besten zu unserem Budget und ist für uns am einfachsten zu implementieren?“.

    Datenschutz

    Dem Thema Datenschutz und Verschlüsselung können Sie gar nicht genug Aufmerksamkeit widmen. Sehr wichtig hierbei: Wie werden die Nutzerdaten von der Health Cloud verschlüsselt? Dabei kommt es vor allem darauf an, dass die Daten nicht nur verschlüsselt übertragen, sondern auch verschlüsselt gespeichert werden – und zwar durchgängig und clientseitig, am sichersten asymmetrisch mit einem Private und einem Public Key. Denn der Provider sollte auf diese Daten unter keinen Umständen ohne das Einverständnis des Patienten zugreifen können. Bei Healh Cloud Diensten, die von Krankenkassen oder in deren Auftrag betrieben werden, ist das ein mögliches Ausschlusskriterium.

    Achten Sie besonders darauf, an welchem Ort der Betreiber die Nutzerdaten speichert. Bevorzugen Sie dabei Rechenzentren in Deutschland gegenüber solchen in den U.S.A. oder anderswo auf der Welt. Allerdings können selbst deutsche Tochterunternehmen US-amerikanischer Mutterkonzerne unter Umständen zur Herausgabe ihrer Nutzerdaten verpflichtet sein. Es kommt also nicht nur darauf an, dass die Rechenzentren des Anbieters in Deutschland stehen. Zu dem Thema haben wir auch einen Kommentar verfasst.

    Ist die Health Cloud mit einem Datenschutzgütesiegel zertifiziert? Prima. Hier haben sich die Betreiber die Mühe gemacht, den Datenschutz von externer Stelle überprüfen zu lassen. Besuchen Sie auch die Website der Zertifizierungsstelle, um sich von der Richtigkeit der Angaben, der Unabhängigkeit der Zertifizierungsstelle sowie dem Zertifizierungsaufwand zu überzeugen.

    Herstellerunabhängigkeit

    Damit sich die neue Health Cloud nahtlos in Ihre Praxis- bzw. Kliniksoftware integriert, achten Sie auf eine möglichst große Interoperabilität und offene Standards. Die Health Cloud sollte über herstellerunabhängige Schnittstellen wie beispielsweise DICOM und HL7 verfügen, an die bestenfalls auch Drittanbieter auf sicherem Weg ihre Applikationen anbinden können. Mehr über unser Software Development Kit für Entwickler erfahren >>

    Funktionsumfang

    Beim Funktionsumfang kommt es hautpsächlich darauf an, was Sie für Ihre Praxis oder Klinik wirklich benötigen. Bedenken Sie dabei aber auch schon, welche Funktionen in naher und in ferner Zukunft wahrscheinlich notwendig werden. Viele Health Cloud Lösungen können Befunde, Rezepte, Laborberichte oder Medikationspläne speichern und übermitteln oder die geschützte Online-Videosprechstunde anbieten. Aber DICOM Bilder zu speichern, zu übertragen und somit auch Hintergrunddienste, Online-Tumorboards oder Zweitbefundungen zu ermöglichen, das können nur die wenigsten Health Clouds. Darüber hinaus entscheidet bei einer patientenzentrierten Health Cloud der Patient, wem er seine medizinischen Daten für wie lange und zu welchem Zweck zur Verfügung stellt. Das bietet viele Vorteile.

    Kundenservice

    Schauen Sie sich auch den Kundensupport des Health Cloud Betreibers genau an, schließlich möchten Sie sich gut betreut fühlen und bei Fragen kompetente Hilfe erhalten. Wie sieht die Mitarbeiterstruktur konkret aus und wie steht es um die Fachkompetenz der einzelnen Supportmitarbeiter. Wenn ein Teamleiter beispielsweise mehr als 30 Teammitglieder führt, können Coaching und Qualität nur schwer sichergestellt werden. Oder wenn es keine organisierte Form des internen Wissenstransfers gibt z.B. durch ein Intranet oder ähnliches, können sich Wissenslücken einzelner Mitarbeiter nicht so schnell schließen. Am besten gewinnen Sie authentische Einblicke in das Unternehmen, indem Sie Kunden fragen und sich Referenzen geben lassen.

    Dieser Beitrag erschien zuerst im Radiologie Magazin 1-2018

    Foto: pexels.com

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