Darüber bloggen Mediziner und Therapeuten: Von Arzt Blogs und Dr. Google

Darüber bloggen Mediziner und Therapeuten: Von Arzt Blogs und Dr. Google

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Immer mehr Patienten suchen im Internet nach Informationen zu ihrer Gesundheit und zur Behandlung von Krankheiten. Diese Entwicklung sollten Ärzte und Therapeuten für sich nutzen und einige tun das bereits. 

Warum soll ich überhaupt eine Website führen oder sogar einen Weblog oder eine Facebook Page? Das fragen sich bestimmt viele Ärzte, zumal derlei Online-Aktivität natürlich Zeit beansprucht. Umso wichtiger ist es für Ärzte, ihre Ressourcen zielgerichtet einzusetzen. Darum sollten sich interessierte Mediziner und Therapeuten zunächst folgende Fragen stellen: Wen (Patienten, Zuweiser, Kliniken, Krankenkassen etc.) möchte ich online ansprechen und warum (neue Patienten / Zuweiser finden oder bestehende binden)? Mit welchen Inhalten (Ratgeber, Erfahrungsbericht, Hintergrundinfo, FAQ, Übung etc. als Text, Bild, Grafik, Video) und auf welchen Kanälen (Website / Blog, Newsletter, YouTube, Facebook, Twitter etc.) lässt sich diese Zielgruppe am besten erreichen? Einige Beispiele haben wir hier für Sie aufgeführt:   

Die Schmerzspezialisten Liebscher & Bracht

Das Gesundheitszentrum Liebscher & Bracht von Dr. med. Petra Bracht und ihrem Mann Roland Liebscher-Bracht macht aus Marketingsicht alles richtig. Eine klare Positionierung als „Schmerzspezialisten“ mit klar kommunizierter Vision: „Ein schmerzfreies Leben für jeden Menschen“. Video-Übungen auf dem eigenen YouTube-Kanal und ein ausführliches Schmerzlexikon holen Interessierte auf die Website. Dort erfahren sie mehr über die Arztpraxis, das Team, die Therapie, die Ausbildung und die Referenzen (u.a. Profi-Fußballer Per Mertesacker). Außerdem können Website-Besucher einen Spezialisten in ihrer Nähe finden, einen Newsletter mit Tipps, Übungen, Vorträgen etc. abonnieren und im Online-Shop nützliche Hilfsmittel sowie die Bücher der beiden Experten für Schmerztherapie erwerben. So sieht erfolgreiches Marketing für eine Arztpraxis aus.        

Das Gesundheitsportal Dr. Gumpert

Dr. Gumpert ist ein Online-Portal, das sich durch klar gekennzeichnete Werbung finanziert. Die Website möchte ein breites Spektrum an leicht verständlichem medizinischen Wissen aus allen Fachbereichen anbieten und damit den Dialog zwischen Arzt und Patient einfacher und effektiver gestalten. Das Gesundheitsportal ist bemüht, den aktuellen wissenschaftlichen Stand der Erkrankung darzustellen. Persönliche und individuelle Meinungen eines Autors werden daher gesondert ausgewiesen. Natürlich zahlt das Gesundheitsportal auf die Reputation – online wie offline – der Arztpraxis von Dr. Gumpert in Frankfurt ein und generiert sicherlich einige neue Patienten.

Eine klare Positionierung als Experten für Orthopädie und Sportmedizin würde dem Kompetenzteam des Portals, dem Orthopäden Dr. med. Nicolas Gumpert und dem Sportwissenschaftler Tobias Kasprak, aber bestimmt mehr nützen. Vor allem im Fachbereich Orthopädie suchen Patienten häufig nach einer Zweitmeinung. Hier könnte sich Dr. Gumpert durch gezielte Fokussierung auf diese Zielgruppe als Spezialist anbieten. Getreu dem Motto „Weniger ist manchmal mehr“ würde Dr. Gumpert durch eine Reduzierung auf ein Fachgebiet seine Ressourcen schonen und durch eine klare Positionierung auf den Fachbereich Orthopädie gezielt Patienten – übrigens bundesweit, nicht nur in Frankfurt – erreichen, die eine Zweitmeinung vor einer Operation am Knie, der Schulter etc. einholen möchten.       

Video-Sprechstunde mit Dr. Johannes

Dr. Johannes ist ein Video-Portal auf YouTube. Dr. med. Johannes Wimmer ist promovierter Mediziner und erläutert in seinen Internet-Videos komplizierte Gesundheitsthemen in einfacher Sprache. Seine Mission: Medizin so erklären, dass es jeder versteht, und auf diese Weise die Arzt-Patienten-Kommunikation verbessern. Mittlerweile ist Dr. Johannes neben YouTube auch auf Facebook und Twitter aktiv, schreibt Bücher und betreibt ein eigenes Gesundheitsmagazin, spricht in Fernsehsendungen und auf Konferenzen und unterstützt die Techniker Krankenkasse bei ihren Social Media Aktivitäten. Das ist ein Parade-Beispiel für gelungenes Selbst-Marketing. Dr. Johannes ist dank seiner Medien- und Social-Media-Präsenz in aller Munde und erhält dadurch jede Menge Interview-Anfragen und Aufträge.  

Anonym unterwegs mit dem Kinderarzt

Auf dem Kinderdok Blog berichtet ein Kinderarzt seit 2006 von seinem Berufsalltag. Seine anonymisierten Schilderungen über weinende Kinder und besorgte Eltern sind unterhaltsam und regen oft zum Nachdenken an. Auf Twitter erreicht der Arzt damit mehr 9.000 Follower. Außerdem schreibt er eine Kolumne im Tagesspiegel und hat ein Buch (Babyrotz & Elternschiss: Aus der Sprechstunde eines Kinderarztes) veröffentlicht. Weil der Kinderdok anonym bleibt, kann der Kinderarzt durch seinen Blog zwar keine neuen Patienten gewinnen. Jedoch baut er sich eine Online-Reputation auf, die ihm lukrative Buchaufträge und regelmäßige Kolumnen in Tageszeitungen beschert.  

 

Screenshot: liebscher-bracht.com

Redaktionsteam
Das HealthDataSpace-Redaktionsteam umfasst Digithurst und Telepaxx Mitarbeiter verschiedener Abteilungen, die ihre Erfahrungen und ihr Wissen zu relevanten Themen einbringen. Fragen, Feedback, Anregungen gerne an: info@healthdataspace.de

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