Digitalisierungsreport 2019: Ärzte wollen eHealth Lösungen, die bei Diagnose und Arbeitsabläufen unterstützen

Digitalisierungsreport 2019: Ärzte wollen eHealth Lösungen, die bei Diagnose und Arbeitsabläufen unterstützen

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Ärzte sind gegenüber der Digitalisierung offen, haben aber klare Ansprüche: Sie wollen eHealth-Anwendungen nutzen, wenn sie Diagnosen erleichtern und Arbeitsabläufe im Praxisalltag verschlanken.

Das zeigt der aktuelle Digitalisierungsreport 2019, den DAK-Gesundheit und Ärzte Zeitung mit der EPatient RSD GmbH und zahlreichen Partnern aus dem Gesundheitswesen erhoben haben. 2313 Ärztinnen und Ärzte aus ganz Deutschland wurden dafür im Zeitraum vom 1.9. bis zum 31.10.2018 nach ihren Einstellungen zur Digitalisierung befragt.

Studienschwerpunkt: elektronische Gesundheitsakte

Wie bewerten Ärzte die Möglichkeiten einer elektronischen Gesundheitsakte? Welche digitalen Möglichkeiten werden bereits jetzt in den Praxen angewandt? Wie ändert die Digitalisierung das Verhältnis zwischen Arzt und Patient? Diese und weitere Fragen beantwortet die Studie. Kernthema der Studie sind die Möglichkeiten einer elektronischen Gesundheitsakte (eGA). Einen digitalen Check von Wechselwirkungen zwischen Medikamenten mithilfe einer eGA bewerten 71 Prozent der Befragten positiv, 21 Prozent neutral. Mit der eGA bei anderen Ärzten Befunde ihrer Patienten anzufordern, sieht jeder zweite Mediziner als Vorteil für den eigenen Befund, gut ein Drittel sieht darin eine Zeitersparnis.

Mit einer eGA ändert sich das Verhältnis zwischen Arzt und Patient: Nutzer haben die Möglichkeit, sich intensiver mit ihren Gesundheitsdaten zu befassen. Die Folge: Sie kommen informierter in die Praxis. 29 Prozent der befragten Ärzte bewerten dieses Szenario positiv, ein Viertel sieht es negativ. Knapp jeder Zweite steht dieser Entwicklung neutral gegenüber.

Einige eHealth Anwendungen bekannter geworden

Im Vergleich zum ersten Digitalisierungsreport 2018 sind einige digitale Anwendungen im Gesundheitswesen bekannter geworden. Breitere Anwendung finden sie jedoch noch nicht. So hat die Bekanntheit der Online-Sprechstunde von 83 auf 87 Prozent zugenommen, nachdem im Frühjahr 2018 das Verbot der ausschließlichen Fernbehandlung gelockert wurde. Neun Prozent der befragten Ärzte hatten mit der Online-Sprechstunde schon konkret zu tun (2018: acht Prozent). Nur drei Prozent geben an, konkret ein solches Angebot zu planen oder diese bereits umzusetzen. Von der eGA haben 74 Prozent der Ärzte 2019 schon gehört – eine Zunahme von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch hier schlägt sich die öffentliche Diskussion um patientenzentrierte Gesundheitsakten nieder. Konkret damit zu tun hatten jedoch erst neun Prozent. Vom Telekonsil für den fachlichen Austausch zu Röntgen- und CT-Aufnahmen haben Dreiviertel der Befragten schon gehört (2018: 67 Prozent). Ein anderes Bild ergibt sich bei der Online-Terminvereinbarung: Gut die Hälfte der Ärzte haben hiervon bereits gehört, 45 Prozent hatten schon konkret damit zu tun.

Der Digitalisierungsreport 2019 ist eine Kooperation der DAK-Gesundheit mit der Ärzte Zeitung. Er wurde von der EPatient RSD GmbH erstellt und ausgewertet. Weitere Partner der Befragung sind der Berufsverband Deutscher Internisten, die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin, der Hartmannbund, Monks Ärzte im Netz und der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands.

Weitere Informationen:

https://www.dak.de/dak/download/ergebnisse-2047362.pdf

https://www.dak.de/dak/download/digitalisierungsreport-2047364.pdf

 

 

Foto: Screenshot Digitalisierungsreport 2019

Redaktionsteam
Das HealthDataSpace-Redaktionsteam umfasst Digithurst und Telepaxx Mitarbeiter verschiedener Abteilungen, die ihre Erfahrungen und ihr Wissen zu relevanten Themen einbringen. Fragen, Feedback, Anregungen gerne an: marketing@healthdataspace.de

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