Was kann Künstliche Intelligenz leisten und wie verändert sie Arztberuf und Patientensouveränität?

Was kann Künstliche Intelligenz leisten und wie verändert sie Arztberuf und Patientensouveränität?

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    Dieser Frage widmete sich die Stiftung Münch bei ihrem Luncheon Roundtable im April mit Unternehmern, Ärzten, Wissenschaftlern und Journalisten. Darunter auch: HealthDataSpace Business Development Manager Marc Pickardt.

    Zu Beginn musste erst einmal eine Definition für Künstliche Intelligenz her: Neuronale Netze sind selbstadaptive Algorithmen zur Lösung bestimmter Probleme, die durch Daten trainiert werden. Doch woher kommen diese medizinischen Daten und wie müssen sie beschaffen sein? Das stellt die größte Herausforderung beim Deep Learning dar: relevante medizinische Daten für das maschinelle Lernen zu erhalten. Zwar sind viele Daten wie ärztliche Befunde in digitaler Form erfasst, jedoch sind diese weder strukturiert noch annotiert, also mit Zusatzinformationen zur Bedeutung der Begriffe angereichert. Eine nachträgliche Annotation wäre sehr aufwändig. Darüber hinaus kommt erschwerend hinzu, dass die deutsche Sprache sehr komplex ist. Das ist in den U.S.A. dank einer strikten Nomenklatur einfacher. Vorstellbar aber auch, dass Patienten selbst ihre medizinischen Daten annotieren.

    Arztberuf im Wandel und mehr Selbstbestimmung für Patienten

    Gut aufbereitete Daten vorausgesetzt, kann Deep Learning gelingen. Aber auch dann wird Künstliche Intelligenz (KI) nie den Arzt ersetzen, darin sind sich die Teilnehmer einig. Vielmehr unterstützt ihn diese neue Technologie bei seiner Tätigkeit. KI unterbreitet lediglich Vorschläge. Umso wichtiger ist es, dass diese Vorschläge nachvollziehbar und begründet sind. Nur so kann der Arzt eine medizinische Entscheidung für oder gegen diese Vorschläge treffen, die auf seiner Erfahrung, Routine und Beurteilung des Gesamtbildes beruht. Doch Ärzte werden diese Technologie nicht ohne Druck von Seiten der Patienten einsetzen. Aber auch da ändert sich einiges: Patienten werden immer selbstbestimmter. In den U.S.A. verklagt ein Patient seinen Arzt, weil dieser keine Diagnoseunterstützung verwendet hatte, um zum richtigen Befund zu kommen. Alle Teilnehmer sind sich sicher, dass die Folgen dieser Entwicklungen gravierend sein werden. Umso wichtiger daher, dass eine gesellschaftliche Diskussion stattfindet und politischer Gestaltungswille sichtbar wird.               

    Titelfoto: ©pexels.com

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