Patienten wollen Video-Sprechstunde, Health Apps und KI-Zweitmeinung

Patienten wollen Video-Sprechstunde, Health Apps und KI-Zweitmeinung

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In wenigen Wochen können Ärzte in Deutschland ihren Patienten erstmals Gesundheits-Apps verschreiben. Anfang 2021 folgt die Einführung der elektronischen Patientenakte, 2022 wird das E-Rezept zur Pflicht. Dies geht vielen Bundesbürgern aber nicht schnell genug.

So sagen rund zwei Drittel (65 Prozent) der Menschen in Deutschland, es sei mehr Tempo beim Ausbau digitaler Gesundheitsangebote nötig. 60 Prozent finden, dass Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern bei der Digitalisierung des Gesundheitssystems hinterherhinkt. Gleichwohl hat sich gerade in den vergangenen Wochen während der Corona-Pandemie viel getan: So hat aktuell jeder Achte (13 Prozent) bereits eine Video-Sprechstunde mit einem Arzt oder Therapeuten wahrgenommen. Damit hat sich der Wert im Vergleich zum Vorjahr (5 Prozent) fast verdreifacht und ist v.a. innerhalb des Corona-Quartals stark angestiegen.

Das sind die Ergebnisse zweier repräsentativer Befragungen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Die erste wurde von Ende April bis Anfang Mai 2020 unter 1.193 Personen in Deutschland ab 16 Jahren durchgeführt, die zweite Anfang Juli 2020 unter 1.005 Personen in Deutschland ab 16 Jahren. Demnach kann sich auch von jenen, die bislang noch keine Video-Sprechstunde wahrgenommen haben, fast jeder Zweite (45 Prozent) vorstellen, künftig auch online zum Arzt zu gehen.

Video-Sprechstunde

Wer einmal in der Video-Sprechstunde war, will wieder hin: So sagen 12 Prozent, auch künftig wieder eine Online-Sprechstunde nutzen zu wollen, nur 1 Prozent will davon absehen. Patienten buchen die digitale Sprechstunde fast ausschließlich beim eigenen, bereits bekannten Arzt (97 Prozent). Dabei erleben die Teilnehmer den Online-Arztbesuch grundsätzlich positiv: 87 Prozent beurteilen ihre Erfahrung gut oder sehr gut. Für viele war das Corona-Virus Ausschlag gebend für die Nutzung einer Video-Sprechstunde: So sorgen sich 85 Prozent vor einer Infektion mit Covid-19 in der Arztpraxis. 41 Prozent haben Angst, sich im Wartezimmer mit einer anderen Krankheit anzustecken. Mehr als jeder Zweite (54 Prozent) nennt als Grund, möglichst schnell einen ärztlichen Rat erhalten zu wollen, weitere Gründe sind die Vermeidung von Wartezeit (38 Prozent), Bequemlichkeit (35 Prozent) und bei jedem Vierten (26 Prozent) ist es einfach nur Neugier.

App auf Rezept

Ob Diabetes-Tagesbuch, Rückenübungen für zuhause oder Augentraining – immer mehr Patienten sind offen für Gesundheits-Apps, die der Arzt verschreibt. Von Sommer 2020 an werden die ersten Apps dieser Art in Deutschland verfügbar sein und von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Fast 6 von 10 Befragten (59 Prozent) können sich gut vorstellen, eine solche App zu nutzen. Selbst von den über 65-Jährigen sagt dies fast jeder Zweite (48 Prozent). 4 von 10 Patienten (40 Prozent) wollen ihren Arzt sogar aktiv nach einer App auf Rezept fragen und fast jeder Dritte (30 Prozent) glaubt, dass Apps künftig konventionelle Therapien in bestimmten Fällen ersetzen werden.

Elektronische Patientenakte

Die elektronische Patientenakte (ePa) kommt zum 1. Januar 2021 und wird aller Voraussicht nach auf großes Interesse stoßen: 73 Prozent würden die ePa nutzen. Dabei ist 64 Prozent der an einer Nutzung Interessierten wichtig, dass die Datenhoheit beim Versicherten liegt und nur der Patient bestimmt, welcher Arzt welche Daten sehen darf. Fast ebenso viele (63 Prozent) nennen insgesamt Datenschutz und Datensicherheit als wichtigste Themen. Fast jedem Dritten (31 Prozent) ist die Bedienfreundlichkeit besonders wichtig.

Elektronisches Rezept

Ebenfalls 2021 wird das elektronische Rezept in Deutschland eingeführt, das dann via Smartphone-App in der Apotheke nach Wahl eingelöst werden kann. Zwei Drittel (66 Prozent) können sich die Nutzung vorstellen. Bei den 16- bis 29-Jährigen sind es 70 Prozent, 64 Prozent bei den 30- bis 49-Jährigen, 69 Prozent bei den 50- bis 64-Jährigen und 62 Prozent bei den über 65-Jährigen.

Künstliche Intelligenz

Radiologische Bilder auswerten, Tumore identifizieren, Krebstherapien individuell anpassen: Künstliche Intelligenz (KI) verfügt in der Medizin über ein enormes Potenzial. Diese Erkenntnis teilen auch immer mehr Patienten: 44 Prozent sagen, sie würden sich künftig regelmäßig eine Zweitmeinung von einer Künstlichen Intelligenz einholen – 2019 waren es noch 31 Prozent. 45 Prozent meinen sogar, Ärzte sollten grundsätzlich ihre Diagnose von einer KI prüfen lassen (2019: 39 Prozent). Insgesamt sehen viele Patienten Künstliche Intelligenz vor allem als effektive Unterstützung: Dadurch hätten Ärzte mehr Zeit für ihre Patienten, glauben 64 Prozent. 58 Prozent sind sogar der Meinung, dass Computerprogramme mit künstlicher Intelligenz Röntgenbilder schneller als Ärzte analysieren und ihnen diese Aufgabe daher dauerhaft abnehmen sollten.

 

Foto: pexels.com

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Das HealthDataSpace-Redaktionsteam umfasst Digithurst und Telepaxx Mitarbeiter verschiedener Abteilungen, die ihre Erfahrungen und ihr Wissen zu relevanten Themen einbringen. Fragen, Feedback, Anregungen gerne an: marketing@healthdataspace.de

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