Umfrage ergibt: Patienten sind offen für Telemedizin, Online-Sprechstunde und Big Data

Umfrage ergibt: Patienten sind offen für Telemedizin, Online-Sprechstunde und Big Data

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    60 Prozent aller Bundesbürger können sich vorstellen, ihren Gesundheitszustand im Krankheitsfall telemedizinisch überwachen zu lassen – 20 Prozent davon würden das sogar definitiv tun.

    Zu diesen Ergebnissen kommt Bitkom Research, das im Auftrag des Digitalverbands Bitkom 1009 Verbraucher ab 14 Jahren – darunter 783 Internetnutzer – zum Thema Telemedizin befragte. Dazu zählen auch Telemonitoring und die Online-Sprechstunde. So kann der Patient seine Vitalwerte wie Blutdruck oder Blutzucker zum Beispiel digital an ein Krankenhaus übermitteln, welches die Daten prüft und ihn bei Unregelmäßigkeiten benachrichtigt. 33 Prozent der Befragten sind an einer Online-Sprechstunde mit dem Arzt interessiert. 17 Prozent würden diese definitiv nutzen. 16 Prozent können sich das zumindest vorstellen. Die Hälfte der Befragten findet die Möglichkeit interessant, Ärzte im Ausland per Telemedizin zu konsultieren. 8 Prozent würden das auf jeden Fall in Anspruch nehmen. 42 Prozent haben zumindest Interesse daran. Einer Operation mit einem aus der Ferne per Video zugeschalteten Spezialisten, der dem behandelnden Arzt assistiert, würden 14 Prozent zustimmen. Für 45 Prozent ist das grundsätzlich vorstellbar.

    Chancen und Risiken der Video-Sprechstunde

    Auch zu den Vor- und Nachteilen der Online-Sprechstunde gaben die Studienteilnehmer Auskunft. Die drei wichtigsten Vorteile sehen Patienten darin, einen leichteren Zugang zu räumlich weit entfernten Ärzten (57 Prozent), keine Wartezeit wie in der Praxis (43 Prozent) und auch keine Anfahrtszeit (29 Prozent) zu haben. Zu den drei wichtigsten Nachteilen der Video-Sprechstunde zählen: das potenziell steigende Risiko einer Fehlbehandlung 67 Prozent), ein potenziell schlechteres Arzt-Patient-Verhältnis (52 Prozent) und die Notwendigkeit für technisches Wissen und Equipment auf beiden Seiten (43 Prozent).

    Big Data zur Erforschung von Erbkrankheiten

    Die telemedizinische Befundung von Röntgenbildern sowie die Online-Sprechstunde zwischen Arzt und Patient, die sich bereits kennen, kommen immer häufiger vor. Welche Arten der Telemedizin konkret erlaubt sind, darüber haben wir bereits berichtet. Auch Krankenkassen sammeln in Pilotprojekten erste Erfahrungen mit der Online-Sprechstunde. Doch die Digitalisierung bietet noch weit mehr Möglichkeiten für die Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten. So kann dank moderner Datenanalyse – auch Big Data genannt – zum Beispiel Erbgut auf Gesundheitsrisiken untersucht werden. 72 Prozent der Befragten würden diese Option in Anspruch nehmen. 38 Prozent davon in jedem Fall und 34 Prozent nur für solche Krankheiten, die auch behandelbar sind.

    Gesundheitsdaten für Forschungszwecke

    Auch für Forschungszwecke könnten diese Gesundheitsdaten eingesetzt werden. Zwar sind 82 Prozent der Befragten besorgt, dass die Digitalisierung in der Medizin zu vermehrtem Missbrauch von Gesundheitsdaten führt. Doch bei optimalem Datenschutz sind sie durchaus bereit, Informationen zum Beispiel über Symptome und Krankheitsverlauf für die Forschung zur Verfügung zu stellen: 75 Prozent würden das tun, wenn sie dadurch zur langfristigen Erforschung einer Krankheit beitragen können. 67 Prozent, wenn sie damit kurzfristig anderen Patienten helfen könnten. 61 Prozent würden ihre Gesundheitsdaten herausgeben, wenn damit auf sie persönlich zugeschnittene Medikamente oder Therapien entwickelt werden. Und 44 Prozent würden ihre Daten bereitstellen, wenn sie dafür einen finanziellen Anreiz erhalten.

    Mehr Informationen zur Bitkom-Studie >>

    Das HealthDataSpace-Redaktionsteam umfasst Digithurst und Telepaxx Mitarbeiter verschiedener Abteilungen, die ihre Erfahrungen und ihr Wissen zu relevanten Themen einbringen. Fragen, Feedback, Anregungen gerne an: info@healthdataspace.de

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