Studie: Wie digital ist das deutsche Gesundheitswesen?

Studie: Wie digital ist das deutsche Gesundheitswesen?

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Die Video-Sprechstunde, die digitale Krankenakte und das e-Rezept: Digitale Technologien verbessern die Patientenversorgung und entlasten das medizinische Personal. Bei der Anwendung ist aber noch Luft nach oben. Dennoch hat das neuartige Virus bei 40 Prozent der medizinischen Einrichtungen spürbar als Digitalisierungsbeschleuniger gewirkt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Deloitte, für die medizinisches Personal in sieben europäischen Ländern befragt wurde.          

Auch unabhängig von der Corona-Pandemie ist der Bedarf an digitalen Technologien im Gesundheitswesen weiterhin hoch. Zwar kommen digitale Anwendungen bereits an verschiedensten Stellen zum Einsatz, im Vergleich mit anderen europäischen Ländern erreichen jedoch nur wenige deutsche Krankenhäuser die höchsten Stufen des Reifegradmodells der Non-Profit-Organisation HIMSS. Dabei haben 86 Prozent der deutschen Studienteilnehmer*innen großes Vertrauen in digitale Technologien und sind überzeugt, dass diese die Patientenversorgung weiterhin verbessern können. 

Digitale Krankenakte in Deutschland am beliebtesten 

Aktuell kommen digitale Technologien im deutschen Medizinbetrieb vor allem für administrative Aufgaben zum Einsatz. Allen voran die digitale Patientenakte, die von drei Vierteln der Befragten genutzt wird. 78 Prozent sehen darin Vorteile für effizientes Arbeiten und eine gute Patientenversorgung. Zudem werden digitale Dienstpläne (52 Prozent) sowie spezifische Anwendungen für Klinikpersonal (44 Prozent) vielerorts genutzt und auch mit Blick auf die Versorgung positiv bewertet.

Potenzial von Telemedizin noch nicht ausgeschöpft

Ein gegensätzliches Bild zeichnet sich bei der Telemedizin ab, also Technologien zur Betreuung von Patienten via Telefon und Videochat. Nur 30 Prozent des medizinischen Personals nutzen diese Technologie. Einen Vorteil für die Patientenversorgung sehen hier jedoch mehr als doppelt so viele Befragte (64 Prozent). Eine ähnliche Diskrepanz gibt es auch bei Online-Terminbuchungsmöglichkeiten: Nur 38 Prozent der Einrichtungen nutzen aktuell ein solches System, obwohl 63 Prozent des medizinischen Personals darin große Vorteile für die Patientenversorgung sehen. Die Niederlande, Dänemark und UK sind hier schon einen Schritt weiter: Telemedizin und Online-Terminbuchungen sind ebenso wie Online-Rezepte für zwei Drittel der Befragten bereits Teil des Alltags.

Derzeit viel diskutierte Technologien wie künstliche Intelligenz (KI) und Virtual Reality (VR) werden hingegen europaweit nur sehr vereinzelt genutzt. Im deutschen Gesundheitswesen wenden 7 Prozent des medizinischen Personals KI und 4 Prozent VR an. Immerhin glaubt ein Drittel der Befragten, dass diese Technologien Vorteile für die Patientenversorgung bringen könnten. Genauso viele Befragte sind sich bei fortschrittlicheren Technologien – darunter auch Genomdaten und Robotertechnik – jedoch unsicher. 

Hürden beim Einsatz digitaler Technologien

Bevor neue Technologien eingeführt werden, sind im deutschen Gesundheitssystem vor allem organisatorische Hürden zu überwinden. Das medizinische Personal sieht sich konfrontiert mit Bürokratie (61 Prozent), hohen Kosten (57 Prozent) und Schwierigkeiten, die passende Technologie zu finden (42 Prozent). Für gut die Hälfte der Befragten besteht noch Unterstützungs- (46 Prozent) und Informationsbedarf (41 Prozent). Denn Digitalisierung bedeutet auch eine Veränderung der Kultur. Dafür müssen Technologien stärker in den Arbeitsalltag integriert und das gesamte medizinische Personal intensiver geschult werden.

Krankenhauszukunftsgesetz beschleunigt die Digitalisierung

Maximal fünf Jahre dauert es nach Einschätzung von 54 Prozent der Befragten noch, bis das Gesundheitswesen vollkommen digitalisiert sein wird. 38 Prozent geben an, dass der Zeithorizont eher bei acht bis zehn Jahren liegen wird. Das vier Milliarden Euro schwere Investitionsprogramm von Bund und Ländern im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes dürfte jedoch in deutschen Krankenhäusern als Digitalisierungsbeschleuniger wirken.

Über die Studie

Für die Studie „Shaping the future of European healthcare“ wurde medizinisches Personal in insgesamt sieben europäischen Ländern befragt (N=1.781). In Deutschland wurden dazu die Einschätzungen von 400 Allgemeinärzten, Fachärzten und Chirurgen sowie Krankenpflegern auf verschiedensten Erfahrungsleveln erfasst. Die Befragten sind überwiegend in privaten (47 Prozent) und öffentlichen (43 Prozent) Krankenhäusern, Tageskliniken oder Praxen tätig. 

Die komplette Studie zum Download >>

 

Foto: pexels.com

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Das HealthDataSpace-Redaktionsteam umfasst Digithurst und Telepaxx Mitarbeiter verschiedener Abteilungen, die ihre Erfahrungen und ihr Wissen zu relevanten Themen einbringen. Fragen, Feedback, Anregungen gerne an: marketing@healthdataspace.de

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