Swiss eHealth Barometer: Schweizer zurückhaltend gegenüber Digitalisierung im Gesundheitswesen

Swiss eHealth Barometer: Schweizer zurückhaltend gegenüber Digitalisierung im Gesundheitswesen

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Die digitale Vernetzung von Schweizer Gesundheitsfachpersonal stockt und wegen weltweiter Datenschutz-Skandale üben sich die Schweizer in Zurückhaltung. Ein elektronisches Patientendossier (EPD) möchte eine Mehrheit der Befragten trotzdem eröffnen. Die bevorstehende gesetzliche Verpflichtung von Kliniken (2020) und Pflegeheimen (2022), elektronische Patientenakten anzubieten, ebnet den Weg für die Digitalisierung im Gesundheitswesen.

Befragt wurden 2.462 Gesundheitsfachpersonen aus sieben Tätigkeitsfeldern sowie auch 1.207 Einwohner*innen der Schweiz. Seit 2009 wird im Rahmen des Swiss eHealth Forum das Swiss eHealth Barometer erstellt. Mit der Befragung von Ärzteschaft, Apotheken, Alters- und Pflegeheimen, Nonprofit-Spitex Organisationen, IT-Fachleuten, den Behörden und den Stimmberechtigten zeichnet das eHealth Barometer ein umfassendes Bild aller relevanter Akteure in der Schweiz.

Die interne und externe digitale Vernetzung satgniert seit 2018. Die Einführung der
elektronischen Patientenakte kann dieser Entwicklung entgegenwirken. Ab Mitte April 2020 müssen Krankenhäuser die elektronische Patientenakte schrittweise anbieten. Zwar sind trotz baldiger Einführung der elektronischen Patientenakte noch nicht alle Kliniken an eine (Stamm-)Gemeinschaft angeschlossen (83%). Dennoch können die Krankenhäuser, welche von allen Gesundheitseinrichtungen am häufigsten eine eHealth-Strategie besitzen (81%), als wichtiger Wegbereiter der digitalen Vernetzung für andere Gesundheitseinrichtungen betrachtet werden.

Immer weniger Schweizer möchten elektronisches Patientendossier nutzen

Die Zurückhaltung in der Bevölkerung gegenüber der Digitalisierung im Gesundheitswesen wächst. Die Bereitschaft, Gesundheitsdaten elektronisch zu speichern, hat im Jahresvergleich abgenommen (57% sind damit eher bis sehr einverstanden; -9%-Punkte gegenüber 2019). Gleichzeitig hat der Anteil jener, die (noch) nicht sicher sind, ob sie damit einverstanden sind, zugenommen. Erstmals seit Befragungsbeginn 2013 erklärt sich nur eine Minderheit mit dem Austausch ihrer Gesundheitsdaten unter Behandelnden grundsätzlich einverstanden (47%). Dennoch unterstützt eine relative Mehrheit der Bevölkerung nach wie vor die Einführung der elektronischen Patientenakte und kann sich auch die eigene Verwendung einer solchen vorstellen (36%). In erster Linie möchten die Befragten bei ihren Hausärzt*innen eine Patientenakte eröffnen. Andere Anbieter, insbesondere Apotheker*innen, kämen dafür aber auch in Frage. Gerade vor dem Hintergrund der Einführung der elektronischen Patientenakte erscheint es wichtig, dass die Bevölkerung eingehend über deren Ausgestaltung, Ziele und Nutzen aufgeklärt wird.

Redaktionsteam
Das HealthDataSpace-Redaktionsteam umfasst Digithurst und Telepaxx Mitarbeiter verschiedener Abteilungen, die ihre Erfahrungen und ihr Wissen zu relevanten Themen einbringen. Fragen, Feedback, Anregungen gerne an: marketing@healthdataspace.de

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