TELEMED Berlin: Programmkomitee-Mitglied Andreas Henkel im Interview

TELEMED Berlin: Programmkomitee-Mitglied Andreas Henkel im Interview

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    Womit kann man den neuen Herausforderungen in der Telemedizin begegnen? Wir haben bei Andreas Henkel, IT-Leiter im Universitätsklinikum Jena und Mitglied im diesjährigen Programmkomitee der TELEMED, nachgefragt.

    Auf dem Nationalen Forum für Gesundheitstelematik und Telemedizin (TELEMED), die im Rahmen der Health Week Berlin stattfindet, besprechen Vertreter aus Gesundheitspolitik und Industrie die wichtigen Fragen im eHealth-Zeitalter. Auch wir sind mit dabei: Telepaxx Geschäftsführer Andreas Dobler hält am 14. Oktober 2014 einen Vortrag zum Thema „Patientenrechte in der Cloud“ und nimmt anschließend an der Podiumsdiskussion „Rechtssicheres Dokumentieren und Archivieren in der Gesundheitstelematik“ teil. Vorab konnten wir mit Andreas Henkel über die neuen Anforderungen an die Telemedizin sprechen.

    Herr Henkel, Sie sind nicht nur im Programmkomitee der TELEMED, sondern moderieren auch die Vorträge zum Thema „Ausblicke für die Weiterentwicklung von Gesundheitstelematik und Telemedizin“. Worin liegen die besonderen Herausforderungen bei eHealth-Technologien?

    Andreas Henkel:  Es geht darum, die Hürden bei der Umsetzung der Telematik-Infrastruktur aus dem Weg zu räumen. Bereits etablierte europäische und internationale Kommunikationsstandard-Festlegungen (z.B. Smart Open Services for European Patients – epSOS) müssen hier berücksichtigt werden und in sinnvoller Weise auf deutsche Gegebenheiten angepasst werden, ohne einen deutschen eigenen Weg zu gehen. Interoperabilität muss hier nicht nur zwingend vorgeschrieben, sondern auch mit finanziellen Anreizen in der Versorgung für die Hochleistungsmedizin, insbesondere für Maximalversorger eines Universitätsklinikum, unterstützt werden. Wesentlich für die Erreichung der Interoperabilität ist es, dass die IT-Verfahren entsprechende „Integrating the Healthcare Enterprise“ (IHE) Profile bereitstellen. Die Entwicklung der IHE-Profile selbst ist nicht abgeschlossen und muss im Sinne der gewünschten Verwendung einer in der Komplexität reduzierenden Nutzung für die Anbindung von Verfahren weiterentwickelt werden. Die bestehende Ausrichtung ausschließlich auf die Arzt-Arzt-Kommunikation sollte um die Kommunikationselemente erweitert werden, welche einen direkten Datenaustausch zwischen Patient und Gesundheitsdienstleister ermöglichen.

    Könnte das geplante eHealth-Gesetz Ihrer Meinung nach helfen, diesen Herausforderungen zu begegnen?

    Andreas Henkel: Wenn die zuvor genannte Ausrichtung verfolgt wird und klare umsetzbare Strukturen vorgegeben werden, sehe ich durchaus einen Vorteil in der gesetzlichen Normierung. Wichtig ist es, dass aus der Geschichte zur Einführung eGK und HBA gelernt wird und hier gute Umsetzungskonzepte zur Pflicht werden.

    Was unternehmen Sie im Universitätsklinikum Jena, um für diese Herausforderungen gerüstet zu sein?

    Andreas Henkel: Das Universitätsklinikum Jena arbeitet seit mehreren Jahren an einer Telematik-Infrastruktur in Thüringen. Aktuell wird in einem Projekt in der Versorgung im Rahmen der Altersmedizin eine Struktur für Demenzpatienten mit einer Telematik-Infrastruktur unterstützt. Hier wird der Ansatz der Fallaktenstruktur in der Spezifikation 2.0 mit IHE verfolgt. Diese Lösung wird unter Einhaltung der IHE-Profile durch Verfahren wie die Lösung HealthDataSpace um den Datenaustausch mit dem Patienten sinnvoll erweitert.

     

    Andreas-Henkel-Klinikum-Jena-TELEMEDAndreas Henkel ist Geschäftsbereichsleiter Informationstechnologie der Universitätsklinik Jena. Zuvor war der Wirtschaftsinformatiker als IT-Abteilungsleiter in der SRH Gruppe und davor im Schwarzwald-Baar Klinikum Villingen-Schwenningen tätig. Henkel kennt die vielen unterschiedlichen IT-Anforderungen einer Universitätsklinik genau, da er direkt nach dem Studium mehrere Stationen der Universitätsmedizin Göttingen durchlief.

     

    Fotos: © Andreas Henkel (Portrait); © Programmheft telemed-berlin.de (Titelbild)

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    Das HealthDataSpace-Redaktionsteam umfasst Digithurst und Telepaxx Mitarbeiter verschiedener Abteilungen, die ihre Erfahrungen und ihr Wissen zu relevanten Themen einbringen. Fragen, Feedback, Anregungen gerne an: info@healthdataspace.de

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