Was halten Ärzte von Patienten, die sich im Internet informieren?

Was halten Ärzte von Patienten, die sich im Internet informieren?

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    Immer mehr Patienten recherchieren im Web zu Gesundheitsthemen, Krankheitssymptomen und Therapiemöglichkeiten. Viele Ärzte verkennen die Chance dieser Entwicklung.

    Mehr als 50 Prozent der niedergelassenen Ärzte findet informierte Patienten problematisch. 45 Prozent der Mediziner sind sogar der Meinung, die eigene Recherche der Patienten zu medizinischen Fragen erzeuge überzogene Erwartungen. Dies geht aus einer Online-Umfrage der Bertelsmann Stiftung und der Barmer GEK hervor. Fast ein Drittel der Befragten glaubt zudem, dass die Internetrecherche Patienten verwirre und das Vertrauen zum Arzt beeinträchtige. Knapp ein Viertel empfiehlt Patienten deshalb sogar, lieber nicht eigenständig im Web nach Gesundheitsinformationen zu suchen. 

    Doch Patienten tun es trotzdem. Wie die EPatient Umfrage 2016 zeigt, suchen sich 58 Prozent der befragten Gesundheitssurfer ihre Informationen eigenständig im Netz zusammen und 51 Prozent würden gerne von ihrem Arzt über gesundheitsbezogene Webdienste informiert werden. Und so langsam reagieren Ärzte auf dieses Informationsbedürfnis ihrer Patienten. 56 Prozent der von Bertelsmann und Barmer befragten Mediziner bietet eigenen Angaben zufolge vertrauenswürdige Infomaterialien in der Praxis an. Knapp die Hälfte weist Patienten auch auf gute Informationsquellen hin und ebenfalls knapp 50 Prozent suchen sogar selbst nach geeigneten Informationen für ihre Patienten im Internet.

    Nur vertrauenswürdige Informationsquellen zu erkennen, ist gar nicht so leicht. Lediglich 21 Prozent der befragten Ärzte kennen die Internetseite patienten-information.de des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ), das immerhin das gemeinsame Kompetenzzentrum von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung ist. Jedoch nur ein Drittel dieser Ärzte hält die Patienteninformationen dieser Internetseite für vertrauenswürdig, während das Vertrauen in Wikipedia mehr als doppelt so groß ist.

     

    Foto: ©fotolia.com / Gina Sanders

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