Was bringt die Video-Sprechstunde?

Was bringt die Video-Sprechstunde?

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    Seit kurzem wird die Online-Sprechstunde für Ärzte vergütet. Welche Vorteile die Video-Sprechstunde für Ärzte und Patienten bringt, erfahren Sie in unserem Gastbeitrag. 

    Umdenken ist gefragt. Denn die Anforderungen an ein modernes und zeitgemäßes Gesundheitssystem wachsen. Die Lebenserwartung steigt und damit nimmt auch die Anzahl chronisch kranker und pflegebedürftiger Menschen zu. Aus diesen Gründen müssen Arbeitsabläufe effizienter werden. Dazu sollten medizinisches Fachpersonal und Patienten transparent, schnell und vor allem sicher miteinander kommunizieren. Eine Möglichkeit dafür bietet die Online-Sprechstunde.

    Herausforderungen und Chancen durch mobile Gesundheitssysteme

    Die aktuellen „Herausforderungen der Gesundheitsbranche 2017 – 2021“ sind laut einer Studie im Rahmen der Erstellung des Mutaree-Change-Barometers für die Gesundheitsbranche: Steigender Kostendruck (95%), Umgang mit steigenden regulatorischen und gesetzlichen Anforderungen (93%), Digitalisierung (89%) sowie steigende Anforderungen an die Bindung von Talenten (84%). Da sich diese Herausforderungen nach Aussage der Befragten bis zum Jahre 2021 noch drastisch verschärfen werden, seien laut Studienleiterin Dr. Martina Oldhafer vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein “ (…) umfassende Veränderungsprozesse, die deutlich über die Umsetzung herkömmlicher Maßnahmen hinausgehen, nötig. Anderenfalls scheitere die personal- und kostenintensive Branche an ihrer unrealisierbaren Finanzierbarkeit und Fachkräftemangel. Kostenreduzierungsprogramme alleine stellen keine geeignete Möglichkeit dar, die Gesundheitsversorgung zukunftsfähig zu machen.“

    Bevorstehende Veränderungen, die sich durch die Digitalisierung im Gesundheitssystem ergeben, sind die digitale Patientenakte, Telemedizin sowie die Vernetzung aller Berufsgruppen des Gesundheitssektors. Ein sensibles Thema hierbei betrifft den Datenschutz. Eine Bitkom-Befragung fand heraus: 74 Prozent der Bundesbürger bestehen auf ihr Selbstbestimmungsrecht darüber, welche Ärzte ihre elektronische Gesundheitsakte einsehen dürfen. 60 Prozent waren zusätzlich aber einverstanden, dem behandelnden Arzt die Einsicht und Weitergabe wichtiger Daten an einen anderen Arzt zu gewähren. Das Vertrauen in den Arzt stellt also ein wichtiges Kriterium zur Bereitschaft der Offenlegung persönlicher Daten dar. So sehen viele Patienten den Nutzen, den die transparente Verfügbarkeit medizinischer Daten bietet. Wenn diese unter Wahrung der Privatsphäre klug und konsequent eingesetzt werden, eröffnet dies wirkungsvolle Möglichkeiten besserer individueller Patientenbetreuung.

    Mobile Anwendungen eröffnen mit intelligenten Kooperationsmodellen hier nicht nur die Chance, im Notfall schnell und gezielt intervenieren zu können – auch die bislang kaum verwendete Online-Sprechstunde, deren Nutzung sich immerhin 27 Prozent der Befragten einer Bitkom-Erhebung zufolge vorstellen können, stellt diese Software zur Verfügung.

    Herausforderungen von bisherigen Arztbesuchen

    Für Patienten bringt der Arztbesuch häufig einige Unannehmlichkeiten mit sich. Neben der ohnehin schon gesundheitlichen Beeinträchtigung empfinden viele die Notwendigkeit von Begleitpersonen, die unbequeme Anfahrt zur Praxis, die langen Wartezeiten sowie die erhöhte Infektionsgefahr im Wartezimmer als unangenehm. Auch die Arztbesuche mit anderen Spezialisten kosten Zeit, Geld und Mühen. Praxisöffnungszeiten müssen berücksichtigt werden, was vielen Berufstätigen Schwierigkeiten bereitet. Zeitdruck, Anspannung und Stress können zu Kommunikationsproblemen führen. Akute Krankheitssymptome werden oft erst weit nach deren Auftreten diagnostiziert. Bei pflegebedürftigen Patienten ist der Praxisbesuch erschwert oder unmöglich – sie sind selbst bei kleinen Problemen auf einen Hausbesuch angewiesen.

    Als Alternative zum Hausbesuch kann in vielen Fällen die Video-Sprechstunde helfen. Sie verringert Zeit- und Personalaufwand sowie Anfahrtskosten. Die Verlaufskontrolle nach einem Krankenhausaufenthalt, die Anpassung der Medikation oder die Beurteilung einer Bewegungseinschränkung können beispielsweise auch mobil effizient und sicher erfolgen. Im Notfall kann aus dem Praxisgeschehen heraus sofort interveniert werden. Immobile Patienten und Pflegebedürftige können per Videokonferenz unter Anleitung des Arztes von Hilfspersonal schnell und direkt diagnostiziert und behandelt werden. Dies bietet die Chance, die medizinische Versorgung in einem erweiterten Einflussgebiet zu verbessern. Sichere Patientenbetreuung nach stationären Aufenthalten kann so auch aus der Ferne stattfinden und viele Praxisbesuche entfallen. Dies muss allerdings nicht zu Einbußen bei der Betreuungsqualität führen: Viele mit mobilen Geräten erfasste Vitaldaten können während der Online-Visite in Echtzeit übermittelt werden.

    Bei interdisziplinären Fallbesprechungen können Ärzte über den Informationsaustausch in HD-Qualität hinaus auch Dokumente sowie Live-Messdaten zu Vitalparametern einbinden. Die Sicherheit zum Schutz sensibler Patientendaten wird durch SSL-Technologie und aktuellster Peer-To-Peer-Verschlüsselung gewährleistet.

    Nach Einschätzung der Analysten befindet sich der Markt für mobile Gesundheitssysteme derzeit noch in der Anfangsphase. Doch die Tendenz ist deutlich erkennbar: Risikopatienten nutzen sie bereits jetzt. Systeme wie die elektronische Visite sind ein Beispiel, wie Digitalisierung zukünftig einen erheblichen Beitrag zur verbesserten Gesundheitsversorgung leisten kann.

    Über den Gastautor:

    Bei der Elektronischen Visite für Ärzte elVi® handelt es sich um eine Software zum digitalen Austausch medizinischer Informationen. Videosprechstunden, die Übermittlung von Untersuchungsergebnissen und Vitalparametern sowie Fachlicher Austausch via Videokonferenz, Desktopsharing und Videostream, sogar während Sonografie- und Endoskopieverfahren sowie bei Operation sind die konkreten Möglichkeiten dieser digitalen „Mobile-Health“-Anwendung.

    Bildnachweis: ©photodune.net / AndreyPopov

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