Zugang zu Gesundheitsdaten stärkt Arzt-Patient-Beziehung

Zugang zu Gesundheitsdaten stärkt Arzt-Patient-Beziehung

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    Wenn Patienten vollen Zugriff auf ihre Gesundheitsdaten wie medizinische Befunde haben, verbessert sich ihr Verhältnis zum Arzt erheblich. Das hat eine Gruppe von Wissenschaftlern der Universität Witten/Herdecke und der Harvard University herausgefunden.

    Durch die erhöhte Transparenz arbeiten die Patienten mehr mit und sind effizienter organisiert, zudem verstehen sie die medizinischen Probleme genauer und können sich dementsprechend besser kümmern. „Nach Studienlage versteht etwa die Hälfte der Patienten, die zum Arzt gehen, nicht genau, was gerade besprochen wurde“, erklärt Studienleiter Prof. Dr. Tobias Esch. Der 45-Jährige hat an der Harvard Medical School zum Thema Arzt-Patienten-Beziehung geforscht und ist jetzt Professor für Integrierte Gesundheitsversorgung und -förderung an der Universität Witten/Herdecke.

    Transparenz erhöhen und Patienten involvieren

    „Durch das OpenNotes-Projekt hat sich das Verständnis für das Besprochene radikal verbessert. Dadurch, dass die Patienten alles noch einmal nachlesen und auch die Notizen der Ärzte online einsehen können, haben sie die Möglichkeit, sich noch intensiver mit dem Thema zu beschäftigen, etwas noch einmal nachzulesen oder mit Angehörigen und Bekannten darüber zu sprechen.“ Die Forscher wollten herausfinden, wie sich die Beziehung zwischen Arzt und Patient verändert, wenn den Patienten volle Transparenz gewährt wird. „Das für viele durchaus erstaunliche Ergebnis war, dass sich die Beziehung deutlich verbessert. Am Anfang hatten wir 120.000 Patienten, die sich beteiligt haben. Mittlerweile sind schon rund acht Millionen dabei.“

    Mehr Vertrauen und weniger Datenschutzbedenken

    In der Studie gaben mehr als 77 Prozent der Patienten an, durch OpenNotes mehr Kontrolle über ihre Behandlung zu haben als zuvor. Mehr als 60 Prozent konnten durch das Programm ihre Medikation korrekt oder besser dosieren. Und fast alle Befragten fanden mindestens einmal einen Irrtum oder ein Missverständnis in den Unterlagen, die sie dank der freien Zugänglichkeit schnell korrigieren lassen konnten. Einige Patienten gaben zudem zu, Informationen zum Schutz ihrer Privatsphäre zunächst zurückgehalten zu haben, bis ihnen durch die Einsicht in die Unterlagen klar geworden sei, dass sie zur Behandlung wichtig seien.

    Die komplette Studie (auf Englisch) lesen >>

     

     

    Bildnachweis: ©photodune.net / AndreyPopov

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